Rückblick SM 1983/84

Thierry Miller

Blick in die Vergangenheit - Die Schweizermeisterschaft der Saison 1983/84

“Die erstmals im Dezember ausgetragenen Schweizermeisterschaften der Saison 1983/84 wurden von zwei Persönlichkeiten dominiert, die für das Schweizer Tischtennis der nächsten Zukunft wegweisend sein könnten.”

So beginnt der Artikel in der Zeitung “+tt Sport”, dem damaligen offiziellen Organ des Schweizer Tischtennnisverbandes. Der Autor des Textes sollte recht behalten - Brigitte Hirzel und Thierry Miller sind den allermeisten Tischtenniskennern auch heute noch ein Begriff.

 

Text: Annina Häusli / Foto: René Zwald

 

Der Sidespin hat mit den beiden Schweizermeister von 1984 an der SM in Genf gesprochen. Während Thierry Miller noch immer auf hohem Niveau spielt und erst im Viertelfinale vom Nachwuchsspieler Pedro Osiro gestoppt wurde, war Brigitte Hirzel hauptsächlich in der Rolle als Coach vor Ort.

 

Früher sei einiges anders gewesen, da sind sich Hirzel und Miller einig. Zählsystem, Bälle, Modus, um nur einige Beispiele zu nennen. “Es war ein ganz anderer Sport damals”, findet Thierry Miller. Er habe eigentlich schon eine Saison vorher den Titel gewinnen wollen, aber er schied bereits im Viertelfinale aus. Da die SM eine Saison später erstmals im Dezember durchgeführt wurde, klappte es doch noch im Jahr 1983 mit dem ersten Titel, im Alter von 18 Jahren.

 

“Der erste Titel ist natürlich schon ein spezieller”, sagt Miller in Genf. Den letzten Titel gewann Thierry Miller 2007, es war der 14. “Mein Ziel ist immer, mein bestes Spiel zu spielen. Wie weit es dann reicht, ist eine andere Frage”, so Miller. In Genf, 35 Jahre nach dem ersten Titel, reichte es für die Viertelfinal-Qualifikation. “Gegen Pedro Osiro hatte ich keine Chance, er war in allen Belangen besser als ich”, lautet sein nüchternes Fazit nach der Niederlage. “Uns trennen 37 Jahre Altersunterschied, keiner der anderen sieben Viertelfinalisten war überhaupt schon auf der Welt, als ich meinen ersten Titel gewann”, schmunzelt er. Deshalb sei er insgesamt zufrieden mit seiner Leistung in Genf.

Bei den Damen rechneten 1983 die meisten nicht mit einem Sieg von Hirzel, wie der Artikel beweist:

 

“Im Vorfeld der Meisterschaften waren fast ausschliesslich die Witte-Zwillinge, Renate Wyder und Theresia Földy als Favoritinnen genannt worden. Hatte man vergessen oder nicht bemerkt, dass Brigitte Hirzel für ihr Team aus Wollerau alle Einzel in der Nationalliga A gewonnen hatte? Und war etwa ihre Selektion für das Europaligaspiel gegen Guernsey nur eine Eintagsfliege gewesen?”

 

Ganz und gar nicht, wie sich herausstellte. “Ich wusste, dass der Titel in Reichweite lag, weil ich die Favoritinnen bereits alle in der Meisterschaft geschlagen habe”, erinnert sich Hirzel, die Nummer 7 der Setzliste und damals 17 Jahre alt. Als sie es dann in den Final schaffte, wollte sie natürlich auch gewinnen. Den Sieg realisiert habe sie dann aber erst am Samstagabend, im Hotelzimmer, welches sie sich mit Barbara Höfer teilte. “Die Arme hat wegen mir wohl die ganze Nacht kein Auge zugetan, weil ich sie ganz euphorisiert zu textete”, erzählt sie lachend. 

 

Auf die Stimmung und die Zuschauer angesprochen, tendieren beide dazu, den Modus von 1984 vorzuziehen. “Damals fanden die Einzel am Samstag, und die Doppel am Sonntag statt. Dazu kam noch das Kriterium am Sonntag, welches für B-Spieler offen war”, erklärt Miller. Das habe dazu geführt, dass alle Spieler das ganze Wochenende über in der Halle waren.

 

Wer den Original-Artikel von 1983 lesen will, kann diespdf hier tun.

 

 

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