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Sidespin-Artikel: Die neue Weltrangliste und ihre Folgen

Sidespin-Artikel: Die neue Weltrangliste und ihre Folgen

Die ITTF will auf 2018 ein neues System zur Berechnung der Weltrangliste einführen. Die Nationalspieler Nicolas Champod und Rachel Moret sowie Chef Leistungssport Georg Silberschmidt erklären, welche Auswirkungen das hätte.

 

Nicoals ChampodText: Stefan Kleiser, Fotos: René Zwald und Georg Silberschmidt

 

«Die Weltrangliste ist mir wichtig», sagt Nicolas Champod: «Ich schaue sie jeden Monat an.» Der 26-jährige Nationalspieler wird das auch weiter so handhaben. Aber vielleicht wird er bald weniger erfreut sein, wenn er seinen Namen im World Ranking findet. Denn der Genfer würde viele Positionen verlieren - falls der Tischtennis-Weltverband auf Anfang des nächsten Jahres die vorgestellte neue Berechnung der Weltrangliste einführt.

 

 

«Eines unserer Hauptziele ist es, die Preisgelder an den Turnieren stark zu erhöhen. Gleichzeitig wollen wir die Qualität der Turniere verbessern», erklärt Steve Dainton, Marketing-Direktor der International Table Tennis Federation, auf der Website des Weltverbandes. «Dazu müssen wir unseren Partnern beweisen, dass diese Turniere wirklich wichtig sind. Und dafür brauchen wir die besten Spieler an den Turnieren.» Die neue Berechnung der Weltranglistenpunkte soll die Stars zu mehr Turnierstarts bewegen.

 

Nicolas Champod müsste mehr spielen – wenn er könnte

Bisher wurden Zähler zum bisherigen Punktestand addiert oder abgezogen - je nach Siegen, Niederlagen und Rängen an den Turnieren des vergangenen Monates. Nahm ein Spieler an keinem Turnier teil, dann blieb sein Punktetotal konstant. Ab Januar 2018 aber soll sich die Anzahl Punkte aus den besten acht Ergebnissen der letzten zwölf Monate berechnen. (Ausnahme: Die bei einer Weltmeisterschaft oder an Olympischen Spielen gewonnenen Punkte bleiben länger in der Wertung.) Wer mehr spielt, hat auch die besseren acht besten Ergebnisse.

 

Die ITTF hat für die Monate Januar, Februar und März probeweise Rankings nach der neuen Berechnung erstellt und diese im Internet publiziert. Für die meisten Spieler ändert die Position in der Weltrangliste mit der Neuerung nicht stark. Doch das gilt nicht für alle. Der Deutsche Timo Boll zum Beispiel wäre im März nicht die Nummer 12, sondern die Nummer 44 der Welt gewesen. Weil er für das Jahr nur vier Resultate vorweisen kann. Nicolas Champod wäre im März gar um 142 Plätze schlechter klassiert gewesen (auf Rang 527 statt 385).

 

«Ich spiele normalerweise nur drei Turniere im Jahr: Das Belgium Open, das Luxembourg Open und das Finlandia Open», erklärt er. «Die guten Spieler werden einfach mehr Turniere bestreiten. Aber für mich ist das schwierig.» Zum einen aus zeitlichen Gründen. «Ich studiere noch und gebe daneben Trainings», sagt Champod. Aber auch wegen des Geldes. Mehr Reisen an Turniere im Ausland, das kostet mehr. Mit mehr finanzieller Unterstützung von Swiss Table Tennis kann Nicolas Champod aber nicht rechnen.

 

Georg SilberschmidtOlympische Spiele haben Priorität – also Rachel Moret

«Unser Budget ist beschränkt», bestätigt Georg Silberschmidt, Chef Leistungssport von Swiss Table Tennis. «Wir müssen mit dem Geld leben, das wir haben.» In der neuen Verbandsstrategie, die bald verabschiedet werden wird, hat die Qualifikation einer Spielerin oder eines Spielers für die Olympischen Spiele Priorität. Weil damit vielleicht die nötigen Punkte zusammenkämen, um von Swiss Olympic in Kategorie 3 eingestuft zu werden und als Verband mehr Unterstützung von der Dachorganisation der Schweizer Sportverbände zu erhalten.

 

Schweizer Meisterin Rachel Moret verpasste es 2016, sich am europäischen Qualifikationsturnier ein Ticket für Rio de Janeiro zu ergattern. Die letzten Plätze wurden danach aufgrund der Weltrangliste vergeben. Dort fehlten Moret, damals die Nummer 150 der Welt, nur einige wenige Positionen, und sie hätte trotzdem an den Olympischen Spielen starten dürfen. Die Männer liegen weiter hinten. «Bei ihnen spielt es keine Rolle, ob sie die Nummer 250 oder 320 der Welt sind», sagt Georg Silberschmidt: «Sie müssen sich einen Platz sowieso am Qualifikationsturnier erspielen.»

 

Rachel Moret läge im neuen Ranking-System weiter vorne. Im März wäre sie die Nummer 62 der Welt gewesen – und nicht die Nummer 106. «Da wäre sie schon qualifiziert gewesen», sagt Silberschmidt. Und weil es bei Rachel Moret eben eine Rolle spielt, wie weit vorne sie in der Weltrangliste liegt, sagt der Chef Leistungssport: «Die Regeln bestimmen dein Verhalten. Also wird Rachel halt zwei Turniere mehr spielen». Und die anderen eines weniger. Vielleicht sei das 2018 noch nicht so, sagt Silberschmidt, weil das im olympischen Zyklus ein Aufbaujahr sei. Aber 2019 und 2020.

 

Rachel MoretAn den Turnieren nach vorne zu kommen, wird schwieriger

Dass sie selbst mit der neuen Berechnung so viele Positionen weiter vorne wäre, erklärt Rachel Moret mit ihrem Turniersieg in Santiago de Chile im April 2016. «Zudem war ich an den Turnieren regelmässig gesetzt und dadurch in den 1/32-Finals. Das gab mir immer wieder Punkte für das neue Ranking.» Im Moment favorisiere oder benachteilige das neue Ranking noch gewisse Spieler, meint Moret. «Aber das wird sich rasch wieder ausgleichen.»

 

Das neue Ranking ist auch an den Turnieren ein Thema. «Die Mehrheit der Spieler ist meiner Ansicht», erzählt Moret. «Dass die Spieler verpflichtet sein werden, mehr international anzutreten, um ein besseres Ranking zu haben – und dass dadurch das Niveau an den Turnieren der Pro Tour höher sein wird. Es wird als schwieriger werden, in den Tableaux nach vorne zu kommen.» Das gelte auch für sie, weshalb es bis zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 noch ein weiter Weg sei. «Ich werde mich noch in vielen Bereichen verbessern müssen.»

 

Noch ist das neue Rankingsystem jedoch nicht eingeführt. Noch bis Ende diesen Monats sammelt der Weltverband Feedbacks. Anpassungen sind nicht ausgeschlossen. Es gäbe Widerstand von den Spielern, weiss Georg Silberschmidt: «Schauen wir mal, ob die Neuerungen dann so kommen». Dass sich die Berechnung der Weltrangliste ändern werde, das glaube er aber, sei gegeben, sagt Silberschmidt.

 

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