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Sidespin-Artikel: Erlebnisbericht Headis Masters oder: Was können wir vom Kopfball-Tischtennis lernen?

Es war ein Tag vor dem Bundesligaspiel des ASV Grünwettersbach, einem Vorort von Karlsruhe. Durch Zufall hörte ich vom HEADIS Masters – der Sportart, die mir zwar schon länger durch Videos und Berichte ein Begriff ist, die ich aber bislang noch nie live gesehen hatte.

 

Von so vielen Zuschauern können Tischtennisspieler nur träumenInnerhalb kurzer Zeit hat HEADIS sich eine große Fangemeinde aufgebaut und mit der Sportsendung RAN und Auftritten in bekannten TV-Sendungen wie beispielsweise „TV Total“ Aufsehen erregt. „TV Total“ veranstaltete sogar eine ganze Sendung nur für die Kopfballsportart: „TV Total Headis Spezial“. Ein Ball, ein Tisch, zwei Spieler – doch eine ganz andere mediale Aufmerksamkeit und das Erreichen eines viel jüngeren Publikums, als im Tischtennis. Zeit, sich einmal anzuschauen, wieso diese Sportart, die inzwischen viele Fußball Bundesligisten in ihr Trainingsrepertoire aufgenommen hat, so erfolgreich ist. Ein Erlebnisbericht.

 

 

Text: Dirk Lion, Fotos: YouTube, Youpodia, Headis.com

 

Spielort war das Radisson Blu Hotel, was uns – mich und den deutschen Nationalspieler Dang Qiu – im Vorfeld schon stutzig werden ließ. Beim Betreten des Hotels waren wir weiterhin verwundert. Keine Zuschauermassen, nur ein paar Jungs und Mädels in Sportkleidung, vornehmlich in ihren Zwanzigern. Doch schon bald hörten wir Musik aus den unteren Stockwerken und nach kurzer Zeit fanden wir uns im Schwimmbad des Hotels wieder: Der Tisch stand im leergepumpten Pool des Hotels und rund 50 junge Leute saßen am Poolrand. Dazu Musik und zwei Moderatoren, die das live im Internet bei RAN gestreamte Spiel amüsant kommentierten und auch regelmäßig die ZuschauerInnen daheim an den Bildschirmen mit einbanden. HEADIS, so wurde schnell klar, lebt vor allem durch seine Onlinepräsenz, weniger durch seine vor Ort befindlichen Zuschauermassen. Diejenigen, die da sind, sind aber trotzdem äußerst wichtig für das Erzeugen des Flairs.

 

Spektakuläre Sprünge machen Headis für Zuschauer attraktivDoch was ist der Grund für die Beliebtheit der Sportart, die medial so viel mehr Aufmerksamkeit geniert als das Tischtennis? Die Spiele waren nicht durchgehend interessant, die Ballwechsel nur bedingt hochklassig. – Es ist die ganze inszenierte Atmosphäre: Die jungen Leute, die Musik, das Aussehen (teils geschminkte und/oder witzig angezogene SpielerInnen) und die Namen der Spieler (zum Beispiel „Headonis“, „Headi Potter“ oder „Lauchgesicht“). Während es im Tischtennis beim kleinsten Geräusch kurz vor dem Aufschlag zu einer halben Revolte kommt, kann beim HEADIS während den Ballwechseln direkt am Tisch gesessen, getrunken, gelacht und gesungen werden.

 

Apropos Ballwechsel: Durch den größeren Stoffball wird die Rotation außer bei einigen Aufschlagvarianten mit „Andrehen“ auf ein Minimum reduziert und somit die Komplexität des Spiels erheblich vereinfacht. Auch dies trägt sicherlich dazu bei, dass das Spiel für Zuschauende klarer nachvollziehbar ist. Dass die Spieler phasenweise ihre Körper auf die Platte hieven, um einen Sprungkopfball über dem Tisch zu machen oder waghalsige Sprünge von neben oder hinter der Platte unternehmen müssen, um den Ball erneut zurückzuköpfen, macht die Faszination HEADIS zudem spektakulär. Dazu kommt: Es kann auch draußen gespielt werden, da die Abhängigkeit von windstillen Verhältnissen nicht gegeben ist – wie zum Beispiel das Durchführen einer HEADIS WM im Freibad verdeutlicht.

 

Headis kann auch draussen gespielt werdenTausende singende und grölende Fans bei der Dart-WM im Alexandra Palace London plus Millionen an den Bildschirmen, oder eine prallgefüllte Halle bei der „World Championship of Ping Pong“, der sogenannten „Sandpapier-WM“ im Tischtennis, an der alle Spieler mit einheitlichen Schlägern antreten – das sind nur zwei von vielen Beispielen hin zu der Eventisierung, die man nicht in vollem Maße gutheißen muss, die aber die Leute zu Scharen in die Halle lockt. Singen, feiern, nicht stundenlang still auf seinem Stuhl sitzen müssen. Die Richtung ist klar. Das muss uns zu denken geben (ohne jeden Trend gleich mitmachen zu müssen!), damit wir den sinkenden Mitgliederzahlen und dem sinkenden Zuschauerinteresse auf Dauer etwas entgegensetzen können. Natürlich, die KritikerInnen haben Recht mit ihren Einwänden: HEADIS ist eine Fun-Sportart, keine von Profis betriebene Hochleistungssportart wie Tischtennis.

 

Es gibt viele Dinge, die nicht übertragbar sind oder Aspekte, von denen es nicht wünschenswert wäre, dass sie im Tischtennis geändert würden. Dennoch sollten wir ergebnisoffen auch auf solche Phänomene schauen und uns Gedanken um die sinnvolle Weiterentwicklung unserer Sportart machen. Lösungen sind nicht einfach, aber möglich. Dass dafür nicht alles so bleiben kann, wie es war, ist klar.

 

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