TTC Stettlen 1

Team2017 zugeschnittenDie dienstälteste Mannschaft der Schweiz?

Im MTTV spielt das Fanionteam des TTC Stettlen in der 4. Liga, Gruppe 2. Aber Stettlen 1 ist keine Mannschaft wie jede andere. Sie besteht aus Beat Schwarz, Werner Schindler und Heinz Schenk. Die drei Senioren bilden eine Dreiermannschaf, welche bereits seit 41 Saisons mit dieser Stammformation für Stettlen spielt.

 

Text: Annina Häusli / Fotos: zvg

 

41 Jahre, so alt waren ihre Gegner am 23. Januar, einem kalten Mittwochabend, knapp zusammengezählt. Ostermundigen 6 trat mit drei jungen Spielern zum Spitzenkampf an. Am Ende setzte sich die Jugend gegen die Erfahrung mit 7:3 durch, «ein Unentschieden wäre aber drin gewesen», analysiert Beat Schwarz das Spiel danach in der Beiz.

 

Zweimal in die zweite Liga aufgestiegen

 

1976 spielte der ein Jahr zuvor gegründete TTC Stettlen zum ersten Mal in der MTTV-Meisterschaft mit. Das Team um Beat, Werner und Heinz stand zwei Jahre später zum ersten Mal an der Platte. Beat war als Gründungsmitglied des Vereins von Anfang an dabei, Heinz und Werner stiessen ein, respektive zwei Jahre später zum Club. «Bis auf Werner, der als Teenager mit dem Tischtennis begann, waren wir echte Spätzünder», erzählt Beat. Er und Heinz hätten erst Mitte 20 mit dem Sport angefangen. Auf sportliche Highlights angesprochen, legen sie sich nach kurzer Diskussion auf die zwei Aufstiege in die 2. Liga in den 80er-Jahren fest. «Mit C9, C9 und C8 ist es schwierig, sich in der zweiten Liga zu behaupten», sagt der „Captain auf Lebenszeit“, Heinz. Heute sind alle D3 klassiert und spielen in ihrer Gruppe vorne mit. «Mit der Niederlage gegen Ostermundigen ist die Aufstiegsgefahr allerdings gebannt», sind sich die drei einig – zum Glück. Denn in der 3. Liga wären sie nur Kanonenfutter. «In der 4. Liga passt es uns, vor allem da einige von uns nicht mehr ganz so fleissig trainieren», meint Beat mit einem Seitenhieb auf Werner. Allerdings ist dies auch nicht verwunderlich, denn Werner lebt nun mit seiner Frau in Berlin und weilt oft nur unter der Woche für die Arbeit in der Schweiz.

 

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Von verkohlten Matchblättern und Champagner

 

Kurioses haben die drei in den mehr als vier Jahrzehnten einiges erlebt. «Nach einem miserablen Spiel haben wir die Ränder des Matchblatts angeschwärzt und mit der Bemerkung „Ein schwarzer Tag für Stettlen“ an die Geschäftsstelle geschickt», erinnert sich etwa Werner. «Zurück kam ein Brief, in dem stand „Und euer Tag wird leider noch schwärzer“ - weil wir das Matchblatt falsch ausgefüllt hatten, kassierten wir obendrein eine Busse », ergänzt Beat mit einem Grinsen im Gesicht. Dann wurde mit den Gegnerinnen auch schon Champagner vor dem Spiel getrunken (die spielerische Leistung sei dann auch entsprechend gewesen) oder das Matchblatt mit der Schreibmaschine ausgefüllt.

 

Eingeführt haben die Berner auch, dass pro Anspielfehler und verlorenem Spiel drei Franken in das Mannschaftskässeli wandern. «In einer Saison kommen so etwa zwei bis dreihundert Franken zusammen», schätzt Werner. Mit dem so angesparten Geld gehen die drei dann am Saisonende gross essen.

 

Wie viele Saisons die drei noch gemeinsam spielen werden, lassen sie offen. «Wir werden alle nicht mehr jünger, aber solange es gesundheitlich geht, spielen wir weiter», meint Beat, und seine Teamkollegen nicken zustimmend.

 

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Und jetzt seid ihr gefragt! Spielst du auch in einer speziellen Mannschaft – zum Beispiel in einem reinen Frauen-Team in der Herrenmeisterschaft? Drei Generationen in einem Team? Oder spielen  vielleicht alle Penholder? Dann melde dich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und vielleicht steht eure Geschichte schon bald im Newsletter

 

 

 

Artikel in dieser Ausgabe:

Interview mit Dima Ovtcharov und Petrissa Solja

Tischtennis-Theorie - Wie man den Aufaschlag variieren kann

Porträt: Céline Reust

Die Herren des TTC Neuhausen wollen erstklassig werden

 

 

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