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Mehr Kreativität – weniger Routinen

Vielerorts beklagen sich Trainerinnen und Trainer, dass die SpielerInnen immer einfallsloser werden und ihre Reaktionen auf gewisse Bälle immer ähnlicher ausfallen. Warum geschieht das? Und wie können solche Routinen mit einem kreativen Training durchbrochen werden? Der folgende Text liefert dazu einige Denkanstösse und Tipps.

 

Text und Fotos: Dirk Lion

 

Immer gleiches Einlaufen ist für die Kreativität im Training nicht förderlichWann waren Sie zuletzt in einem Café oder einem Restaurant? Was war es, das Ihnen dabei half, sich ohne grosse Mühen zurechtzufinden? Es waren die Schemata (mentale Modelle), die Ihr Gehirn im Laufe ihres Lebens ausgebildet hat. Vieles ähnelt sich in Restaurants. Der Eingangsbereich, das Warten auf die Zuweisung an einen Tisch, der Bestellvorgang und so weiter. Dass wir uns nicht tollpatschig und völlig aus dem Rahmen verhalten, sondern bereits „wissen“, was wir zu tun haben, liegt an eben jenen Schemata. Sie schaffen uns Orientierung im Raum (dann werden sie auch „Frames“ genannt) und sie sorgen dafür, dass wir die Abläufe kennen (dann heissen sie „Skript“).

 

Dies ist einerseits hilfreich. Denn auch wenn das Gehirn, so der Hirnforscher Manfred Spitzer, nichts lieber tut und nichts besser kann als zu lernen, ist es gleichzeitig enorm faul und will Energie sparen, eben indem wir diese Schemata ausbilden und nicht immer wieder aufs Neue völlig unvorbereitet (und überfordert) sind. Andererseits mindern diese Schemata die Kreativität, wie viele Studien zeigen.

 

Beklagen sich nicht über alle Ländergrenzen hinweg viele Trainerinnen und Trainer, dass die Spieler am Tisch immer unkreativer werden? Wo sind die Waldners und Schlagers, die auf Bälle ihres Gegners in völlig ungeahnter Weise reagieren? Sie haben im Endeffekt nichts anderes getan, als gegen Schemata zu verstossen. Bas Kast schreibt:

 

„Die Routinen des Alltags lullen das Gehirn ein. Damit wir wieder mit frischem Blick auf die Welt sehen, müssen wir unser Gehirn in Situationen versetzen, in denen es mit seinem Latein am Ende ist. Man muss das Gehirn schockieren. Die Erschütterung regt dazu an, neu zu denken, anders als zuvor, jenseits unserer alten, verkrusteten Konventionen.“

 

Dies gilt selbstredend genauso für unser Training. Ankommen, die Tische in der immer gleichen Weise aufbauen, in der immer gleichen Weise warmlaufen, die immer gleichen regelmässigen Übungen, usw. – Was Manfred Spitzer über Kindergehirne in der Schule schreibt, nämlich, dass sie sich nachweislich in der Zeit von 8-13 Uhr in einer Art „Offline-Modus“ befinden, lässt sich sicherlich auch für viele Trainings sagen.

 

Spiel mit verschiedenen SchlägerformenBereits mit Kleinigkeiten, von denen ich Ihnen einige in rein aufzählender Form nennen möchte, können Sie dies ändern. Sie haben damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie machen das Trainings abwechslungsreicher – die Teilnehmenden kommen gerne, weil immer „etwas Neues“ passiert – und Sie fördern Ihre Kreativität. Die Ideen beziehen sich dabei sowohl auf die Ablauforganisation und die Rahmenbedingungen, als auch auf die Übungen an sich. Ihren eigenen Ideen sind dabei fast keine Grenzen gesetzt, aber verwechseln sie Schemataverstösse nicht mit totalem Unsinn:

 

· Kinder erhalten zu Trainingsbeginn die Anweisung, den Warm-Up-Teil (oder einen beliebigen anderen Teil des Trainings) selbst zu organisieren

· Warmlaufen entgegengesetzt zur sonst üblichen Richtung

· Tische anders anordnen

· Mit dem Schläger des Partners oder mit anderen Schlägerformen spielen

· Einspielen auf Socken oder Matten

· Häufiger Übungswechsel mit völlig unterschiedlichen Intervallzeiten

· Man darf grundsätzlich aus der vorgegebenen – am besten unregelmässigen – Übung (nach einer bestimmten Anzahl von Bällen) ausbrechen

· Spielen mit Musik

· Andere Zählweisen (z.B. Volleyball-Zählweise)

· Andere Bälle (grösser, kleiner, kaputte TT-Bälle)

 

Diese Liste lässt sich beliebig lange und vielfältig weiterdenken. Sie soll Ihnen dabei kein Dogma, sondern Inspiration zum eigenen Ausprobieren und Erleben sein. Was in der einen Gruppe gut ankommt und funktioniert, kann in einer anderen scheitern. Wichtig sind nur folgende Merksätze: „Das Ungewohnte beflügelt die Phantasie“ und: „Um das kreative Denken zu fördern hilft es, das Gehirn mit Ungewöhnlichem zu konfrontieren.“

 

Viel Spass beim Ausprobieren!

 

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